Krankheitsbild

Neurodermitis

Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung

Das Krankheitsbild der Neurodermitis ist nicht einheitlich. Es gibt unterschiedlich lange, nahezu erscheinungsfreie Phasen und Phasen, in denen sich akut mehr oder weniger stark ausgeprägte Krankheitszeichen zeigen.

Neurodermitis – eine chronische Erkrankung

Eine chronische Erkrankung wie Neurodermitis heilt nicht aus, sondern kann jederzeit wieder aufflackern. Auch bei längeren erscheinungsfreien Phasen ist die Ekzembereitschaft der Haut nach wie vor hoch.

Hautveränderungen

Während eines akuten Krankheitsschubes treten stark juckende Ekzeme auf, die mitunter nässen und verschorfen. Es können sich auch trockene, schuppende Herde bilden. Weitere Symptome sind feine Einrisse, z. B. in den Mundwinkeln und an den Ohrläppchen (Rhagaden), sowie rissige Finger- und Zehenkuppen.

In erscheinungsfreien Phasen bleibt die Haut auffällig. Sie ist trocken und empfindlich und neigt durch den Mangel an Fett und Feuchtigkeit an manchen Stellen zu vermehrter Schuppenbildung. Insbesondere im Bereich der Handgelenke, Ellenbeugen und Kniekehlen zeigt sich die Haut häufig verdickt und vergröbert und ist weniger elastisch (Lichenifikation). Ebenfalls typisch ist eine verstärkte Linienzeichnung in den Handinnenflächen und manchmal unter den Fußsohlen (Hyperlinearität). Bei vielen Patienten mit Atopie sind deutliche doppelte Unterlidfalten (Dennie-Morgan-Falte) und dunkle Augenschatten erkennbar.

frau kratzt

Teufelskreis Juckreiz

Das Kratzen der Haut verschafft nur kurzfristige Linderung. Vielmehr fügt man der Haut Verletzungen zu, schädigt noch mehr die Hautbarriere und erhöht damit die Ekzembereitschaft und den Juckreiz.

Juckreiz

Als besonders belastend empfinden viele Betroffene das starke Jucken ihrer Haut. Nicht nur die im Krankheitsschub aufflammenden Ekzeme sind mit quälendem Juckreiz verbunden, auch die trockene Haut kann Juckanfälle auslösen. Schlaflosigkeit, Unruhe, vor allem aber heftige Kratzattacken mit dem Risiko von Entzündungen sind die Folge.

Wie verläuft die Erkrankung?

Art und Lokalisation einiger der beschriebenen Hauterscheinungen hängen deutlich vom Lebensalter des Patienten ab.

Neurodermitis bei Säuglingen und Kleinkindern

Neurodermitis beginnt häufig im zweiten bis dritten Lebensmonat. In diesem Alter zeigen sich die Ekzeme vor allem auf den Wangen sowie an der Kopfhaut. Die Haut ist dort anfangs gerötet, bevor sich feine, gelblich weiße Schuppen und Bläschen bilden, die aufplatzen können. Daraus entwickelt sich oft ein nässendes, verkrustetes Ekzem, das sich nicht immer auf den Bereich des Kopfes beschränkt, sondern sich auf den gesamten Körper ausbreiten kann. Betroffen sind dann vor allem die Streckseiten der Hände und Füße, der Arme und Beine sowie der Rumpf.

Neurodermitis im Kindesalter

kind weint

Schlafstörungen

Besonders quälend für die Kleinen ist der starke Juckreiz. Viele Säuglinge mit Neurodermitis leiden an Schlafstörungen. Sie sind unruhig und weinen viel.

Im Kleinkindalter verbessert sich häufig das Hautbild und die Ekzeme heilen ab. Die Haut wird trockener. Bei Kindergarten- und Schulkindern treten Ekzeme vor allem an Kniekehlen, Armbeugen und Handgelenken auf. Man spricht deshalb vom Beugenekzem. Diese Stellen neigen besonders zur Lichenifikation, also einer flächenhaften Verdickung der Haut. Aber auch andere Körperbereiche wie Oberschenkel, Gesicht, Nacken und Oberkörper können betroffen sein. Ein zentrales Problem für viele Kinder ist der sehr starke Juckreiz, der sie nicht zur Ruhe kommen lässt. Kratzen sie die Haut auf, besteht die Gefahr von Verletzungen und Entzündungen.

Eine gute Nachricht:

Die Krankheitszeichen lassen mit zunehmendem Alter meist nach. Ca. 60 Prozent der Kinder erfahren vor dem 10. Lebensjahr eine Remission, d. h. es zeigten sich keine Symptome mehr. Dennoch kann die Krankheit wieder aufflammen.

Neurodermitis bei Jugendlichen und Erwachsenen

haende

Chronisches Handekzem

Das chronische Handekzem ist eine Hautentzündung an den Händen, die bei einigen erwachsenen Neurodermitispatienten als Begleiterscheinung auftritt. Symptome des Handekzems sind juckende Bläschen, trockene, schuppende Haut, schmerzhafte Einrisse und entzündete, aufgeplatzte Fingerkuppen.

Ein erstmaliges Auftreten der Neurodermitis im Erwachsenenalter ist ebenfalls möglich. Die meisten erwachsenen Patienten hatten bereits in der Kindheit erste Krankheitsschübe. Typischerweise verlagern sich die Hauterscheinungen und sind nicht mehr ganz so deutlich sichtbar. Neben Ellenbeugen und Kniekehlen bilden sich die Ekzeme vor allem im Gesicht, im Bereich der Augenlider und am Hals. Mitunter kommt es auch zu einer Variante der Neurodermitis, bei der sich juckende Knötchen bilden (pruriginöse Form). In erscheinungsfreien Phasen fällt auf, dass die Haut rau und vergröbert ist. Zudem kann die chronische Entzündung und das Reiben der Haut eine verstärkte Pigmentierung der Haut auslösen. Das fällt zusammen mit der Lichenifikation insbesondere im Bereich des Nackens auf und lässt den Hals schmutzig aussehen ("Dirty Neck").

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Aktuelle Pressemeldung

Wenn Neurodermitis die Kleinsten quält

Bonn, 17.07.18 Entzündete Hautstellen und ein fast ständiger Juckreiz: Die häufigsten Symptome der Neurodermitis sind quälend und treffen ausgerechnet Babys und Kleinkinder besonders häufig. Die Hauterkrankung beeinträchtigt den Alltag betroffener Familien enorm und sollte daher so früh und so wirksam wie möglich behandelt werden. Dabei gilt es einiges zu beachten.

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