Eine proaktive Therapie bedeutet, dass man die topische Therapie nach Abklingen des Ekzems nicht komplett absetzt und abwartet, bis sich ein neuer Krankheitsschub ankündigt, sondern dass man aktiv weiterbehandelt.

Dieser Therapieansatz basiert auf der Erkenntnis, dass neurodermitiskranke Haut auch in erscheinungsfreien Phasen nicht völlig gesund ist. Zum einen ist die Barrierefunktion der Haut gestört – daher die dringende Empfehlung, die Basistherapie dauerhaft fortzuführen. Zum anderen hat man festgestellt, dass selbst bei nicht sichtbaren Ekzemen die Zahl der Entzündungszellen der Haut erhöht ist. Aus diesem Grund wird die antientzündliche topische Therapie nach Abklingen des Ekzems in einer niedrigen Dosierung fortgesetzt. Auf diese Weise können bereits minimale Entzündungsreaktionen unterbunden werden. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass sich dank dieser proaktiven Therapie die beschwerdefreien Zeiten verlängern und dass die Zahl akuter Ekzemschübe deutlich zurückgeht. Dies kann Ihnen zu mehr Kontrolle über Ihre Erkrankung verhelfen und Ihren Alltag verbessern.

In Deutschland ist derzeit ausschließlich Tacrolimus (0,03-%- und 0,1-%-Salbe) zur proaktiven Behandlung der Neurodermitis zugelassen. Der Arzt wird mit Ihnen die genaue Dosierung und Anwendungsdauer besprechen. Üblich ist es, dass Sie nach Abheilen der Ekzeme die vormals betroffenen Hautstellen 2-mal pro Woche mit der antientzündlichen Salbe eincremen. Wie Studien zeigen, kann die proaktive Therapie über einen längeren Zeitraum fortgeführt werden, ohne dass Nebenwirkungen zu erwarten sind. Bei der Anwendung von topischen Calcineurininhibitoren wurde dies für einen Zeitraum von 12 Monate nachgewiesen.

Basistherapie + proaktive Therapie

Das Behandlungskonzept hat sich seit einigen Jahren bewährt: proaktive Therapie und frühzeitige Behandlung bei ersten Anzeichen eines neuen Schubes.

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